MYTHOS & WAHRHEIT

Mythos 1: Königin Thyra Danebod, die Gattin von König Gorm dem Alten und Mutter von Harald Blauzahn, ließ die Mauer bauen, um den deutschen Kaiser fernzuhalten.

Generationen von dänischen Schulkindern haben im Laufe der Jahrhunderte gelernt, dass das Danewerk „Thyras Wall“ ist. Der Hintergrund ist, dass Dänemarks erster großer Geschichtsschreiber, Saxo Grammaticus, dies im 12. Jahrhundert so überliefert hat. 

Spätestens ab dem 17. Jahrhundert war Geschichtsgelehrten aber schon klar, dass die ältesten Wälle schon vor Thyras Zeit im 10. Jahrhundert bestanden haben mussten. Seit den Ausgrabungen in Danewerk in den Jahren 2010-14 wissen wir, dass die ersten Wälle in der Eisenzeit um 450-500 errichtet wurden. Das war mehrere hundert Jahre vor Thyras Geburt.

Obwohl viel geforscht wurde, gibt es bislang keine Beweise dafür, dass Thyra oder Gorm bestimmte Wälle haben bauen lassen.  Als recht sicher gilt dafür, dass ihr Sohn Harald den Kograben bauen ließ. In einer  späteren Geschichtsquelle aus dem Hochmittelalter ist vermerkt, dass Harald Blauzahn das Danewerk auf den Rat seiner Mutter hin verstärkte.

Aber all das ändern nichts an der Tatsache, dass Thyra seit dem Hochmittelalter eine der größten mythologischen Figuren der dänischen Geschichte gewesen ist.

Mythos 2: Das Danewerk diente dem Transport von Schiffen auf dem Landweg von der Nordsee zur Ostsee und umgekehrt. 

Eine der hartnäckigsten Mythen besagt, dass Schiffe auf Baumstämmen über die Schleswiger Landenge gerollt wurden, um den Wasserweg um Jütland herum abzukürzen. Aber das ist ein Mythos. Manche glauben sogar, dass der Wallgraben des Kograbens mit Wasser gefüllt war, damit die Schiffe auf einem Kanal zwischen dem Selker Noor und der Heider Au über Land gezogen werden konnten. Aber auch das ist reine Fiktion. 

Für beides gibt es keinerlei historische oder archäologische Beweise. Es ist auch nicht sinnvoll, große und schwere, beladene Handelsschiffe auf diese Weise zu transportieren, wenn es eine Alternative gibt. In Wirklichkeit wurden die Waren auf Ochsenkarren entlang des Danewerks zwischen der Anlegestelle in Hollingstedt und Haithabu transportiert. 

Wie so viele Mythen hat aber auch dieser einen wahren Kern. In der isländischen Knytlinge-Saga aus der Zeit um 1300 wird berichtet, dass König Sven Grathe im Jahr 1151 Schiffe für sein Heer von Haithabu nach Hollingsted schleppen ließ. Dies ist das einzige Mal, dass historische Quellen von einem Schiffstransport über den Schleswiger Pass berichten. Sofern diese Schilderung überhaupt wahr ist, handelte es sich aber um leichte Kriegsschiffe ohne Ladung und mit viel militärischem Personal, das sie ziehen konnte.   

Außerdem ist bekannt, dass die Wikinger, die auf den russischen Flüssen von der Ostsee bis hinunter nach Konstantinopel Handel trieben, ihre kleineren (!) Flussboote an Hindernissen vorbei über Land transportieren mussten. Aber auch das ist nicht vergleichbar. 

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